Zeitgeschichte am Straßenrand (18)

310 Treppe Tiefgeschoss‟ U-Bahnhof Adenauerplatz
Was hat es mit dieser stets verschlossenen Tür auf dem U-Bahnhof Adenauerplatz auf sich?

Der U-Bahnhof wurde am 28.4.1978 eröffnet in Umsetzung der Idee der autogerechten Stadt. Um nämlich die Straßen für den Individualverkehr frei zu machen, hatte der SPD-dominierte Westberliner Senat ab 1953 systematisch die Straßenbahn beseitigt (vollendet 1967) und baute dafür das U-Bahnnetz aus. Man beließ es damals an dieser Stelle nicht beim jetzigen Bahnsteig für die Linie 7, sondern baute gleich noch einen zweiten darunter, der längs des Kurfürstendamms verläuft. Dies geschah im Vorgriff auf die weitere Realisierung des Westberliner 200-km-Plans für den U-Bahnbau von 1955. Darin hatte man die alte Idee aus der Zeit der Stadt Charlottenburg von 1913 aufgegriffen, die U-Bahn vom Bahnhof Uhlandstraße weiterzuführen bis zum Theodor-Heuss-Platz (vormals Reichskanzlerplatz, zwischenzeitlich Adolf-Hitler-Platz).
Daraus ist bisher nichts geworden, aber immerhin gibt es diese hinter dem Mobiliar eines Imbisses auf der Zwischenebene versteckte Tür in die Tiefe mit der Bezeichnung „310 Treppe Tiefgeschoss‟.

Übrigens: Wie kamen Platz und U-Bahnstation zu ihrem Namen? Ganz kurz (ausführlicher hier in Abschnitt „Adenauerplatz“ und Fußnote 6): 1967 war der Namensgeber gestorben. Die CDU wollte gern das Gedenken an ihn mit einem Straßennamen verewigen. Der erste Versuch, indem der Kaiserdamm zum „Adenauerdamm“ gemacht wurde, scheiterte kläglich an der Westberliner Vorliebe für den Kaiser. Da sah man diesen noch namenlosen Straßenlandrest. Und jetzt ist sein Name nicht nur in jedem Straßen-, sondern zudem noch in jedem Netzplan verewigt.

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