Zeitgeschichte am Straßenrand (7 von 13)

Milch-Verkauf“ Wilhelmsaue 11, vermutlich 1950er Jahre

Vor Jahren wurde das Haus neu gestrichen, aber diesen Hinweis hatte man glücklicherweise ausgespart. Da die Wohnungseigentümergemeinschaft jedoch ausdrücklich kein Interesse am Erhalt des Hinweises hatte, blätterte er weiterhin mehr und mehr bis fast zur Unkenntlichkeit ab. Genaugenommen sind es sogar zwei Hinweise übereinander, denn unter Kuh/„Milch-Verkauf“/Pfeil nach rechts, alles in Schwarz, lässt sich gerade noch eine frühere weiße Schrift erkennen, in der angegeben wurde, zu welchen Zeiten werktags sowie an Sonn- und Feiertagen morgens und abends Milch verkauft wurde. Bis in die 1960er Jahre betrieb die Meierei Schöps hinten rechts im Hof ihren Kuhstall.

Jetzt muß es einen Meinungsumschwung gegeben haben, denn seit kurzem sind Kuh/„Milch-Verkauf“/Pfeil mit schwarzer Farbe nachgezogen, und die Kuh hat ein Stück Wiese als Standfläche erhalten.

2 Kommentare zu „Zeitgeschichte am Straßenrand (7 von 13)“

  1. Vor ein paar jahren gab es eine Broschüre (kunstamt ?) über “die letzten tante-emma-läden”. Darunter war am ende der albrechtstr. in steglitz der von unserer nachbarin frau schillinger. Die überschrift über ihren text war ein zitat aus dem interview: “meine vorgängerin hat die milch noch gepanscht.” ein glück für uns…

  2. Toll, daß das aufgespürt wurde und erhalten wird. Noch bis in die 60er Jahre gab es in städtischen Wohngebieten Kuhställe mit Milchverkauf. In Spandau wurde m. E. der letzte Milchbauer erst mit der Umgestaltung der Altstadt aufs Land versetzt. Ich bin als Kind selbst mit Kuhmilch aus Berliner Stadthaltung versorgt worden. Allerdings hatte ich Tbc-bekommen, was meine Eltern auf diese unhygienische Tierhaltung zurückführten.

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