Zeitgeschichte am Straßenrand (16)

Vorgartenzaun Wilhelmsaue 31, Ende April 1945
Man muß genau hinschauen, um zu sehen, daß mit diesem Vorgartenzaun etwas nicht so ganz stimmt: daß er nach links hin einfacher gestaltet ist als nach rechts. Rechts ist das Original, links eine Folge der deutschen Kriegstüchtigkeit vor achtzig Jahren. Und das kam so:

Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion erfuhr spätestens in der Schlacht von Kursk (Juli/August 1943) seinen Wendepunkt. In dieser entscheidenden Schlacht war der Panzer (russisch: танк) T-34 der Schlüssel zum Erfolg der sowjetischen Armee. Auch in der Folgezeit spielte er eine wichtige Rolle, darunter bei der abschließenden Schlacht um Berlin vom 16. April bis 2. Mai 1945.
In den letzten Tagen des April stießen sowjetische Bodentruppen mit ihren Panzern über den S-Bahnring auch nach Wilmersdorf vor.* Einer von ihnen beschädigte dabei die linke Seite dieses Vorgartenzauns. Das mochte die Hausfrau jedoch nicht leiden und ließ sogleich den Zaun reparieren, aber die beschränkten Mittel, die am Ende der Kriegstüchtigkeit noch zur Verfügung standen, ließen nur diese In-etwa-Wiederherstellung zu.

So ist dieser Zaun ein Symbol für die Folgen der deutschen Kriegstüchtigkeit, ebenso wie die zwei T-34, die das 1945 eingeweihte Ehrenmal in Berlin-Tiergarten flankieren, ein Symbol für den entschlossenen Widerstand der damaligen Sowjetunion sind.**
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* Ein zeitgenössischer Bericht vom Kriegsgeschehen gleich nebenan in der Berliner Straße für die Tage „26.-30. April‟ findet sich hier.
** Eine Vielzahl von Artikeln im Internet untersuchen die Stärken und Schwächen des T-34 und vergleichen ihn individuell und im Kampfverband mit den deutschen Panzern Panzerkampfwagen IV, Panther (Pz.Kpfw. V) und Tiger (Pz.Kpfw. VI).

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